Milcherzeugergenossenschaft (MEG) Reutlingen e.G.

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Milcherzeugergenossenschaft (MEG) Reutlingen e.G.

Ehemals: Bezirksmilchverwertung (BMV) Reutlingen e.G. / Milchwerk


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Seit 1996 wurde die Milch der Reutlinger Milcherzeugergenossenschaft bei den Milchwerken Alb-Donau abgeliefert. Die Allgäuland-Käsereien sind nach der Fusion in den Vertrag eingestiegen.

Seit 2011 gibt es einen Milchliefervertrag mit der OMIRA (Oberland Milchverwertung Ravensburg) und den Milchwerken Schwaben (Ulm/Neu-Ulm).

[Bearbeiten] Presseberichte

Nach dem Beschluss in den Gremien der Milcherzeugergenossenschaft Reutlingen haben bei der Generalversammlung auch die 135 Mitglieder dem neuen, erst vor knapp zwei Wochen abgeschlossenen, Milchliefervertrag mit der "Oberland Milchverwertung Ravensburg (OMIRA)" zugestimmt. Damit ist der Weg frei für den Wechsel von den Allgäuland-Käsereien und deren Milchwerk in Riedlingen hin zum konkurrierenden Molkereiunternehmen in Ravensburg. "Wir mussten versuchen, das beste für unsere Milcherzeuger zu erreichen", nennt Peter Sautter als Grund für den überraschenden Schritt. Der Milchviehhalter aus Eningen ist seit einem Jahr Vorsitzender der Milcherzeugergenossenschaft Reutlingen, die zuvor 15 Jahre lang von Erwin Pfeifle aus Steingebronn geführt worden war.

Der Reutlinger Milcherzeugergenossenschaft gehören 135 Milchviehhalter an, unter ihnen auch Milchbauern aus den Landkreisen Tübingen und Esslingen. Jährlich werden rund 28 Millionen Liter Milch produziert. Seit 1996 wurde die Milch der Reutlinger Milcherzeugergenossenschaft bei den Milchwerken Alb-Donau abgeliefert, die Allgäuland-Käsereien sind dann nach der Fusion in den Vertrag eingestiegen. Auslöser für den jetzigen Schritt waren nach den Worten von Sautter "die wirtschaftlichen Probleme bei Allgäuland". Seiner Einschätzung nach steckt dies hinter dem niedrigeren Milchauszahlungspreis bei Allgäuland, der noch bis Oktober bei 22 Cent pro Liter lag. Inzwischen erhalten die Milchbauern zwar zwei Cent mehr, das ist aber immer noch weniger, als die von der "OMIRA"-Molkerei in Ravensburg ausbezahlten 27 Cent. Zwar äußert Sautter Verständnis dafür, "dass Allgäuland nur bezahlen kann, was erwirtschaftet wird", betont aber gleichzeitig die wirtschaftliche Zwangslage, in der die Milchbauern stecken. "Bei einer Jahresproduktion von 500.000 Litern führt ein um drei Cent höherer Milchpreis immerhin zu Mehreinnahmen von 15.000 Euro", sagt Sautter und: "Wir mussten das beste aus der Situation machen". Nicht zuletzt hätten die Bauern auch das Vertrauen in die Allgäuland-Käsereien verloren. "Wir haben bei der Pleite der Südmilch AG Anfang der 90er-Jahre schon einmal das Milchgeld verloren", ruft Sautter in Erinnerung.

So wurde seit dem Sommer mit OMIRA und den Milchwerken Schwaben (Ulm/Neu-Ulm) verhandelt und nun vor knapp zwei Wochen ein Vertrag unterzeichnet. Allerdings gilt es noch eine Hürde zu überwinden, denn der Milchliefervertrag mit den Allgäuland-Käsereien wurde zwar fristlos gekündigt, endet vertragsgemäß aber erst in zwei Jahren. Möglicherweise wird es also zu einer Verhandlung vor dem Schiedsgericht kommen. Für die Reutlinger Milcherzeugergenossenschaft beherbergt dies allerdings kein Risiko. "OMIRA wird uns dabei vertreten, das ist vertraglich geregelt", versichert Sautter. Keine Bedenken in dieser Hinsicht hat Dr. Wolfgang Nuber, einer der beiden Geschäftsführer der "OMIRA" Ravensburg. "Es liegen Gründe vor für den von der Milcherzeugergenossenschaft Reutlingen vorgenommenen Schritt einer außerordentlichen Kündigung", sagte Nuber auf Anfrage der Südwestpresse. Da die Mitglieder der Reutlinger Milcherzeugergenossenschaft nicht Mitinhaber der Allgäuland-Käsereien seien, erfolge der Wechsel auch unter anderen Vorzeichen, als dies beispielsweise bei jenen Milchbauern der Fall wäre, die dort über eine Beteiligung gebunden seien. Ganz anders dagegen sieht Marcel Mohsmann den Fall. "Wir sind der Auffassung, dass Verträge eingehalten werden müssen". Der Geschäftsführer der Allgäuland-Käsereien geht davon aus, dass "der Vertrag mit einer regulären Frist zum 31. Dezember 2011 gekündigt wurde", sagte er auf Nachfrage der Südwestpresse. Das bedauere er, aber es handele sich um einen Vorgang, der im Geschäftsleben vorkomme. "Darüber hinaus erwarten wir zumal nach einer 15-jährigen Partnerschaft, dass Verträge erfüllt werden". Sollte dies nicht der Fall sein, müsste die Sache "strittig" ausgetragen werden, kündigte Mohsmann an und verwies auf den "größeren Schaden", der den Allgäuland-Käsereien durch den Wegfall der bislang einkalkulierten Milchmenge entstehen würde. "Wir müssten dann Milch anderweitig hinzukaufen".(Südwestpresse)

[Bearbeiten] Das Unternehmen in Zahlen

  • Mitglieder: 135 Milchviehhalter. Unter ihnen auch Milchbauern aus den Landkreisen Tübingen und Esslingen.
  • Jahresgesamtproduktion: 28 Millionen Liter Milch

[Bearbeiten] Ehrenvorsitzende

1996 - 2011 Friedrich Wilhelm Schnitzler

[Bearbeiten] Kritik

OMIRA-Skandal
Der Vorwurf lautet Etikettenschwindel. Von diesem "Regionalprodukt" waren zwischen 2003 und 2009 rund 316 Tonnen in den Niederlanden hergestellt worden, wurden aber von der "Oberland-Milchverwertung" der Omira GmbH als "Bodenseekäse" in den Handel gebracht. "Der Verbraucher aber vertraute darauf, ein Produkt vom Bodensee zu kaufen und sollte dann mit der irreführenden Bezeichnung getäuscht werden", so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Karl-Josef Diehl aus Ravensburg, dem Firmensitz von Omira. Im Falle einer Anklage und einer möglichen Verurteilung drohen den beiden Omira-Bossen Geldstrafen und eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr. "Ein Omira-Prokurist wurde bereits - noch nicht rechtskräftig - zu 9000 Euro Geldstrafe verurteilt. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft".
Quelle: Südwest-Presse 17.09.2010

[Bearbeiten] Einzelnachweise

[Bearbeiten] Literatur


[Bearbeiten] Weblinks

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