Interkulturelle Woche
Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie. Sie wird von den Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Ausländerbeiräten und Integrationsbeauftragten, Migrantenorganisationen und Initiativgruppen unterstützt und mitgetragen. An der Interkulturellen Woche beteiligen sich zahlreiche Gemeinden, Vereine, Vertreter von Kommunen und Einzelpersonen in mehr als 300 Städten mit insgesamt etwa 3.000 Veranstaltungen.
Die Aktionsformen sind sehr vielfältig. Sie reichen von Lesungen, Musik-, Film-, Theater- und Tanzveranstaltungen, Diskussionen, Workshops, Seminaren, Sportveranstaltungen, Festen sowie Tagen der Offenen Tür bei Religionsgemeinschaften, Institutionen, Unterkünften und Schulen bis hin zu Gottesdiensten und Friedensgebeten sowie Andachten.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Termine
Die Interkulturelle Woche findet jährlich Ende September, von Sonntag bis Samstag vor dem Erntedankfest statt. Sie wird mit einer zentralen Auftaktveranstaltung bundesweit eröffnet.
Die empfohlenen Termine für die Interkulturelle Woche 2010 bis 2014 lauten:
- 2010: Sonntag, 26. September bis Samstag, 02. Oktober 2010
- 2011: Sonntag, 25. September bis Samstag, 01. Oktober 2011
- 2012: Sonntag, 30. September bis Samstag, 06. Oktober 2012
- 2013: Sonntag, 29. September bis Samstag, 05. Oktober 2013
- 2014: Sonntag, 28. September bis Samstag, 04. Oktober 2014
[Bearbeiten] Entstehung
Die Interkulturelle Woche gibt es bereits seit 1975, jedoch damals noch unter anderem Namen. Mittlerweile ist sie zu einem festen Bestandteil der jährlichen Ereignisse geworden und wird in über 300 Städten bundesweit veranstaltet.
Ursprünglich hieß die Veranstaltung "Tag der ausländischen Mitbürger". Sie war ins Leben gerufen worden von den großen christlichen Kirchen in Deutschland, da man feststellte, das nicht alles gesellschaftlich so ablief wie es sollte.
1973 war es zu einem Anwerbestopp für Gastarbeiter gekommen, als man feststellte, dass die Gastarbeiter nicht nur für ein paar Jahre zum arbeiten da bleiben, sondern sich hier niederließen. Diese Erkenntnis war neu und man hatte das so nicht bedacht. Der Gedanke der Anwerbung von Gastarbeiter war nur als kurzfristige Verstärkung der Arbeitskrägte gedacht gewesen, mit dem Hintergrund, dass die Gastarbeiter nach ein paar Jahren wieder das Land verlassen würden.
Die fehlende Integrationshilfe und auch das fehlen von jedwegen Rahmenbedingungen führte mit der Zeit zu Spannungen und Problemen zwischen den Gastarbeitern und der deutschen Bevölkerung. Viele Gastarbeiter sahen daher nur die Möglichkeit sich entweder anzupassen und dabei einen Teil ihrer Herkunft zu verlieren oder aber sich abzuschotten. Letzteres führte vor allem in größeren Städten zur Bildung von reinen Ausländersiedlungen.
Der "Tag des ausländischen Mitbürgers" war ein erster Schritt um die Situation zu entspannen und regte zu ersten Gesprächen an. Im Laufe der Jahre veränderte sich immer wieder der Schwerpunkt der Gespräche und auch das Bild der Angeworbenen veränderte sich vom Gastarbeiter zum Mitbürger. Trotz aller Erfolge und Fortschritte, die durch die kulturelle Woche erreicht wurden, ist das Ziel noch lange nicht erreicht. Es gibt noch immer offene Fragen und Probleme bezüglich der Integration anderer Kulturen. Dies liegt sicher auch daran, dass ursprünglich fast nur Südeuropäer eingewandert sind. Heute jedoch kommen die Einwanderer aus allen Teilen der Welt. Das kulturelle Bild ist immer bunter und vielfältiger geworden und hat so auch für neue Umstände gesorgt.
[Bearbeiten] Koordination und Unterstützung
Die Initiatoren der kulturellen Woche sind die Deutsche Bischofskonferenz, der Rat der evangelischen Kirche in Deutschland sowie die Griechisch-Orthodoxe Metropolie. Die Initiative wird inzwischen von vielen weiteren Organisationen unterstützt, wie z.B. von Gewerkschaften, Wohlfahrtsverbänden, Kommunen, Integrationsbauftragten, Migrationsbeiräten.
Um das ganze besser zu organisieren, wurde der Ökumenische Vorbereitungsausschuss eingerichtet. Dieser organisiert jeden Februar eine Vorbereitungstagung, an der rund 150 Multiplikatoren der einzelnen unterstützenden Organisationen teilnehmen und die das Schwerpunktthema für das jeweilige Jahr festlegen. Es werden auch Materialien erarbeitet, die den einzelnen Organisatoren vor Ort die Arbeit erleichtern sollen.
[Bearbeiten] Schwerpunktthemen in der Übersicht
Hier nun eine Übersicht der Schwerpunkte bzw. Mottos der bisherigen kulturellen Wochen. Ein Motto wird dabei in der Regel für zwei Jahre festgelegt.
- 1975: Miteinander für Gerechtigkeit
- 1978: Für eine gemeinsame Zukunft
- 1980: Verschiedene Kulturen - Gleiche Rechte. Für eine gemeinsame Zukunft
- 1982/1983: Ängste überwinden - zur Nachbarschaft finden
- 1984/1985: Nachbarschaft, die Frieden schafft
- 1986/1987/1988: Gemeinsam leben, gemeinsam entscheiden
- 1989/1990: Die Würde des Menschen ist unantastbar
- 1991/1992: Viele Kulturen - eine Zukunft
- 1993/1994: Frieden gestalten - Gewalt überwinden
- 1995/1996: Miteinander für Gerechtigkeit
- 1997/1998: Offen für Europa - offen für andere
- 1999: Verschiedene Menschen - gleiche Würde
- 2000: Die Würde des Menschen ist unantastbar
- 2001/2002: Rassismus erkennen - Farbe bekennen
- 2003/2004: Integrieren statt ignorieren
- 2005/2006: Miteinander Zusammenleben gestalten
- 2007/2008: Teilhaben - Teil werden!
- 2009: Misch mit !
- 2010: Zusammenhalten - Zukunft gewinnen!
[Bearbeiten] Weblinks
Informationen zur bundesweiten kulturellen Woche
Informationen zur kulturellen Woche beim Dekanat Reutlingen-Zwiefalten
