Gasversorgung

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Erdgas ist ein wichtiger Energieträger und wird auch in Reutlingen eingesetzt. Die Fairenergie als lokaler Energieversorger hat auch einen großen Gaskessel.

Wie sich die Gasversrogung entwickelt hat in Reutlingen, beschreibt ein Schülerforschungsprojekt der Steinbeisschule, das sich mit der Kriegs- und Nachkriegszeit um 1945 beschäftigt hat:


Aus: Der Alltag in Reutlingen unter der französischen Besatzungsmacht von 1945 - 1949 (gefunden am 15.5.2008 im Internet unter [1])

Gasversorgung in Reutlingen unter der französischen Besatzungsmacht von 1945 - 1949

Das Reutlinger Gaswerk selbst blieb vor größeren Zerstörungen bewahrt. Nur der Gasbehälter erhielt anlässlich der Besetzung mehrere Einschüsse. Der entstandene Brand wurde aber noch während des Beschusses durch beherzte Mitarbeiter gelöscht. Das Gasverteilungsnetz war durch Bombentreffer an vielen Stellen zerstört. Die Kohlenlager waren leer. Das Werk musste am 19. April stillgelegt werden.

Der Ausfall des Gases brachte für die geplagten Hausfrauen eine weitere Erschwerung. Kein Strom, kein Gas; womit sollten sie kochen? Selbstverständlich wurde auch hier von den Stadtwerken das Menschenmögliche getan, um die Schäden raschestens zu beseitigen. Schon am 2. Mai konnte in kleinem Umfang die Erzeugung von Holzgas und die Belieferung der Stadtteile Betzingen und Gmindersdorf wieder aufgenommen werden. Inzwischen wurden unter größten Schwierigkeiten weitere Holzmengen aus Entfernungen bis zu 25 Kilometer zur Gaserzeugung beschafft. Ab 26. Juni konnten dann auch die Haushaltungen der Stadt Reutlingen in beschränktem Umfange wieder Gas erhalten (von 6.15 Uhr bis 7.45 Uhr, von 10 Uhr bis 12.30 Uhr und von 18.15 Uhr bis 19.30 Uhr, sonntags von 6.30 Uhr bis 8.30 Uhr).

In den Monaten Mai und Juni wurden täglich 5-10 Tonnen Holz, ab Juli 20 Tonnen entgast. Nach dem Eintreffen der ersten größeren Kohlenlieferungen am 21. September konnte am 25. September 1945 wieder teilweise zur Kohlenentgasung und damit zur Herstellung eines besseren Gases übergegangen werden. Da das aus Holz erzeugte Gas einen wesentlich geringeren Heizwert als das Kohlengas hatte, war beim Wechsel des Gasart jeweils eine entsprechende Umstellung der Herde und Gasgeräte erforderlich.

Im Oktober 1945 wurden aus 16 Tonnen Kohle und 2,5 Tonnen Holz täglich ca. 10.500 cbm Mischgas erzeugt. Das letzte Holz wurde am 26. Oktober entgast. Die monatliche Gaserzeugung hat sich von Juni bis Dezember 1945 von 80.000 Kubikmeter auf 323.000 Kubikmeter erhöht. Dies war immerhin fast wieder die Hälfte der Erzeugung des Jahres 1944.

Von den fernversorgten Gemeinden erhielt Wannweil ab 16. Oktober und Pfullingen ab 17. Dezember 1945 wieder Gas. Nach dem Wiederaufbau der bei den Kampfhandlungen zerstörten Gebläseanlage am Südbahnhof konnten die Gemeinden Eningen ab 9., Dettingen ab 14. und Urach ab 18. Januar 1946 wieder mit Gas versorgt werden. Ab 18. Januar 1946 wurde das seit 6. Dezember 1945 stillgelegte Metzinger Gaswerk auf französische Anordnung mit Gas aus Reutlingen beliefert.

Die starke Einschränkung der Gaslieferungszeiten wurde von der Bevölkerung als sehr drückend empfunden. Eine Steigerung der Gaserzeugung hing aber ausschließlich von der vermehrten Zuweisung von Kohle ab. Diese war jedoch sehr knapp und streng bewirtschaftet. Es mussten noch jahrelang Einschränkungen in Kauf genommen werden.

Auch die Verwendung des anfallenden Kokses war bewirtschaftet. Beispielsweise mussten im Monat November 1945 auf Grund von Déblocagescheinen 170 Tonnen Koks nach Tübingen und 50 Tonnen Koks an die Besatzungstruppen in Reutlingen geliefert werden. Nur kleinere Mengen wurden für private Verbraucher freigegeben. Eine Besserung trat erst mit dem Beginn des allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwungs ein.


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